Umwelt
und
Kunst

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Ein Projekt mit Künstlern aus 3 Ländern


Vorwort

 

Leo de Romedis (Initiator)

Künstlerische Leitung


Was früher war

Das ist die Geschichte vom Entstehen, Leben, Sterben und Auferstehen der sogenannten Auwirtslacke in Kössen. Nun kommt der so schwer zu bändigende Fluss - die Tiroler Ache - wieder ins Gespräch, die Schlagzeile heißt: "Ehemalige Mülldeponie an der Ache in Kössen muss saniert werden." Im Zuge des Hochwasserschutzes für die Gemeinde Kössen, muss das Flussbett der Ache geändert werden. Ausgerechnet dort, wo sich die Auwirtslacke - ehemals eine parallel zur Ache verlaufende Grube, welche sich zuerst mit Wasser, später mit Hausmüll (von der Gemeinde genehmigt und überwacht), noch später mit Sperrmüll und schließlich abgedeckt mit Erde - zur Wiese verwandelte, soll die Hälfte des Achenwassers ein neues Flussbett bekommen. Ursprünglich wollte man die an die Ache grenzenden Wiesen Anfang des 20.Jh. durch einen Damm vor den Hochwässern schützen. Der dazu benötigte Schotter war der Grund für das Ausheben einer etwa 45.000 m3 großen Grube, eben der Auwirtsgrube.

 

Was jetzt ist

Diese jetzt mit Müll gefüllte Grube belastet das ohnehin knappe Gemeindebudget - Schulbauten, Brückenbauten, Hochwasserschutz usw. - noch einmal enorm mit deutlich mehr als einer halben Million Euro. Ein gewaltiger Maschinenpark ist aufgefahren, um den Inhalt des ehemaligen Teiches zu bergen, nach Materialien zu trennen und zu entsorgen: Knochen, Papier, Holz, Glas, Plastik, Gummi, Betonteile sowie alle Arten von Metallen.

 

Was wir vorhaben

Jetzt kommen wir Künstler ins Spiel: ein kleines Grüppchen von 15 bis 20 Künstlern mit geschultem und liebevollem Blick auf das ans Licht Gebrachte, ziehen sich einige Karten aus diesem Müllkartenspiel. Wir wollen verantwortlich mit dem früher Nützlichen, prozesshaft Gealterten umgehen und allen interessierten Betrachtern eine Fährte zur Kunst legen. Wir suchen mit unseren Werken das richtige Maß im Umgang mit dem Vergangenen, Gegenwärtigen und Zukünftigen. Als Rückgriff auf Sitte und Brauch tut uns der Blick in den Rückspiegel gut. Wir nehmen uns Zeit, um schöpferisch Neues aus Altem zu kreieren und achten auf angemessene Rücksicht gegenüber den „Fundstücken". In aller Bescheidenheit sollen unsere Erfindungen Beispiele für ein Wachwerden und Dankbarsein im Umgang mit unserer Erde ausstrahlen. Sie werden später an ausgewählten Plätzen in der Gemeinde dafür sorgen, dass sie diese „Ausstellungsräume" neu definieren und Hinweise zur Kunst enthalten. Es wird spannend, die gestalterischen Positionen der Teilnehmer mit den vielfältigen Materialien zu beobachten.

Ich bedanke mich bei Herrn Bürgermeister Stefan Mühlberger, dass wir die Chance erhalten, die Ausgrabungen an Ort und Stelle zu beobachten und aus den sortierten Materialien jene auszuwählen, aus denen wir Neues kreieren wollen. Bei Herrn Helmut Gründler, dem Kulturreferenten der Gemeinde Kössen, bedanken wir uns für die wohlwollende Unterstützung unseres Projektes. Da ich seit 50 Jahren in Kössen lebe und arbeite, kann ich mich noch an Mülltransporte mit dem Schubkarren zur „Lack" erinnern. In meinen Gemälden und Objekten lass ich mich von Fundstücken mit Lebensspuren inspirieren, sie dienen mir als Orientierung für meine Arbeiten. So erklärt sich mein Engagement und wohl auch die Idee für dieses Projekt.

 

Das Projekt & Leitung

 

Hartmuth Brinkmann

Projektleitung


Jahrgang 38, ist Raumfahrtingenieur i. R., lebt seit 1999 in Kössen.
Ist Initiator und Mitbegründer des 2010 ins Leben gerufenen Kulturvereins „Kulturstammtisch", heute „Kulturschmiede Kaiserwinkl". Obmann des Vereins seit 2011. Sein Leitgedanke: die Förderung der Bildung und Kreativität der Menschen ist die beste Zukunftssicherung unserer Gesellschaft. Kreativität ist die Basis jeder Entwicklung und Kultur!

 

Eine Königsdisziplin der Kreativität ist die Kunst in allen Kulturen dieser Welt.

So auch die Kunst, die ausgelöst durch ein JahrhunderthochwassSo Jahrhunderthochwasser, aus Fundstücken aus einer 65 Jahre alten Mülldeponie entsteht, und als Kunstwerke zum sorgfältigen Umgang mit unserer Welt nachhaltig mahnen sollen. Kultur ist, wie wir unter Einsatz unserer Intelligenz und Kreativität leben - eine Umschreibung die das Projekt „Transformationen" in seiner förderungswürdigen Komplexität nicht besser beschreiben kann. Ein Projekt, getragen von internationalen Künstlern, das nicht nur in der Kunstszene weit über die Grenzen Tirols hinaus Beachtung finden wird. Ein Projekt, das durch gemeinsame Anstrengungen ein Spiegelbild unserer Kultur darstellt. Ein künstlerisches Projekt als Herausforderung unserer Gesellschaft. Für den Kulturverein ist die Unterstützung des Projektes ein Anliegen und als Leitgedanke eine Selbstverständlichkeit.

 

  


Grusswort

 

Stefan Mühlberger

Bürgermeister von Kössen


Der Schutz der Bürger vor Naturgewalt, vor Hochwasser Katastrophen wie im Juni 2013, ist ein Anlass die Mülldeponie “Auwirtslacke“ auszuheben und nach heutigem Standard zu entsorgen.

 

Eine Mammutaufgabe für die Gemeinde und die durchführenden Betriebe. Aus heutiger Sicht ein in 65 Jahren (1920 - 1985) entstandenes Mahnmal. Anlass für 15 Künstler und den Kulturverein „Kulturschmiede- Kaiserwinkl“ die kreativen Kräfte zu bündeln. 

Mit dem von der Gemeinde unterstützt Projekt „ Transformationen“ lassen die Künstler in einem Symposium, unter den Augen der Öffentlichkeit, mahnende Kunstwerke entstehen. Kunstwerke die in einem Ausstellungszyklus an den Schutz der Ressourcen und der Umwelt nachhaltig erinnern sollen. Für die Gemeinde ist dieses über drei Länder (Österreich,Deutschland,Italien) greifende kulturelle Projekt von großem Interesse, es kann der Anfang einer neuen kulturellen Zukunft in der Region und darüber hinaus sein.

 

So ist es auch im Interesse der Gemeinde und der Region, dass auch andere Gruppen und Vereine den aus vielerlei Gründen bedeutungsvollen Vorgang zum Anlass nehmen, um auf den Schutz unserer Umwelt und den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen hinzuweisen. Jede Generation hat diese Erde von der nächsten Generation nur geliehen und sollte sie in einem besseren Zustand hinterlassen. Das Projekt „Transformationen“ der Künstler soll an die Vergangenheit erinnern und Mahnung für die Zukunft sein. Ich bin stolz darauf, dass dieses Kulturprojekt in Kössen entsteht und wünsche den Künstlern und dem Verein weit über die Grenzen hinaus viel Erfolg.


 

Gerd Erharter

Obmann Tourismusverband Kaiserwinkl


Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freunde der Kunst!

Wie so oft im Leben ist der Auslöser für Entwicklung und Fortschritt kein erfreulicher. In diesem Fall die Kössener Hochwasserkatastrophe Anfang Juni 2013. Im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz wurde es auch notwendig, die ehemalige Mülldeponie „Auwirtslacke" auszuräumen und einer entsprechenden Endlagerung zuzuführen.

 

Die Hoffnung, dass in dieser Deponie das ein oder andere interessante verwertbare Objekt auf seinen Künstler wartet, hat sich mittlerweile bestätigt. Es ist ausgesprochen erfreulich, dass sich nunmehr eine ganze Reihe von Künstlern aus Nah und Fern in die Entwicklung und Schaffung von Kunstobjekten im Rahmen der Aktion „Transformationen", welche aus diesem Anlass ins Leben gerufen wurde, unterstützen. Ich bin überzeugt, dass die Kunstwerke, welche bei diesem Symposium kreiert werden, beim Betrachter nicht nur Staunen und Bewunderung, sondern durchaus auch Nachdenklichkeit auslösen werden. Den Initiatoren, sowie allen, die an dieser umfangreichen Herausforderung mitwirken, darf ich viel Freude, gutes Gelingen und den entsprechenden Erfolg wünschen.



Das Projekt

Die zum Hochwasserschutz zu sanierende ehemalige Mülldeponie (1920-1985), die „Auwirtslacke“, hat den Kössener Künstler Leo de Romedis inspiriert, zusammen mit 15 - 20 Künstlern aus Österreich, Deutschland und Italien, ein Recycling der besonderen Art zu wagen.Aus den in einem aufwändigen Verfahren ausgesonderten Altmüllteilen haben die Künstler Fundstücke geborgen, aus denen im Rahmen eines Symposiums im Frühjahr 2015 Kunstwerke gestaltet werden.

 


Die Künstler werden gleichzeitig an einem Ort arbeiten, sichtbar für das interessierte Publikum. Unter dem Leitgedanken „Umgang mit Ressourcen und Umwelt“ werden Kunstwerke „Transformationen“ entstehen, welche zur Nachhaltigkeit mahnen sollen. Begleitet wird das ganze Projekt von einem Filmteam, das die Einmaligkeit dieses Vorgangs dokumentarisch festhält, und die geplanten Ausstellungen wirkungsvoll unterstützen wird.

 

Das Projekt-Team

Projektleitung: Hartmut Brinkmann
Künstlerische Leitung: Leo de Romedis
Technische Leitung: Peter Bichler
Öffentlichkeitsarbeit: Manfred Feith-Umbehr, Dr. Herbert Hala
Dokumentation Film: Regina Gmeiner
Dokumentation Foto: Hubert Bernard
Umwelt: Erwin Schweinester

 

Projektablauf

2014 Anwesenheit der Teilnehmer bei den Ausgrabungen
Reinigen und Lagern der Fundstücke
2015 Die Teilnehmer arbeiten 10 bis 14 Tage
Ausstellung am Ausgrabungsgelände *
Ausstellung im Ort, Lagerung über den Winter
Erscheinen eines Kataloges zum Projekt
2016 Endausstellung an geeigneten Plätzen im Ort *
Veranstaltungen und Führungen mit Gästen sowie Präsentation der
Arbeiten: Objekte, Literatur, Foto, Film und Musik
* mit begleitenden Projekten

 

Begleitprogramme zu den Ausstellungen

> Müll der Spiegel der Gesellschaft
> Wohin mit dem Müll
> Mit Kunst das Verhalten der Gesellschaft beeinflussen
> Transformationen - vom Müll zur Kunst
> Kunststücke als Mahnmal
> Umweltprogramme / Projekte im Kaiserwinkl
> Umweltprojekte für Schulklassen
> Die Aussage der Kunststücke - Interpretationen der Ausstellungen

 

Finanzierung

(durch Gemeinde, Land, Förderer, Sponsoren, selbstlose Mitarbeit)

Personal: Künstler (Spesen), Fach- und Hilfskräfte, etc.
Fachleistungen: Schweissen, Reinigen, etc.
Material: Werkzeuge, Diverses
Infrastruktur: Strom/Wasser, Zelte, geschützte Lagerplätze, Container
Transporte: LKW/Transporter, Shuttle-Service für Besucher
Werbung: Handout, Flyer, Homepage

Die Künstler



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